Chiclayo

Kultur im hohen Norden Perus – Chiclayo (24./25.10.2012)

Chiclayo – Ferreñafe, Museum, Stadt (24.10.2012)

Wir kamen um 5 Uhr in Chiclayo an und wurden auch zu solchen unhumanen Uhrzeiten schon von Taxifahrern belagert. Schnell suchten wir uns die günstigste Herberge aus und nahmen uns den erstbesten Taxifahrer. Kaum im Taxi meinte er, dass das Hostel 100 Soles kosten würde, glaubte ich ihn natürlich nicht. Er hat uns dann einige andere empfohlen und meinte, günstiger als 30 Soles pro Person kommt man hier nicht. Ich blieb stur, Simon nannte ihm dann die genaue Adresse, weil der Gute wohl nicht wirklich wusste oder wissen wollte, wo das Hostel liegt. Leider haben wir es auch nicht gefunden, dafür aber ein anderes in der Nähe. Der Taxifahrer gab nicht auf, doch da ich Taxifahrern generell eher misstrauisch gegenüber stehe, bin ich dann einfach ausgestiegen. Später hat uns der Besitzer vom Hostel aus erzählt, dass Taxifahrer gerne überreden, zu einem bestimmten Hostel zu fahren, dann aber die Passagiere ausrauben, wenn man zustimmt. Also alles richtig gemacht!
Wir sind dann eben zurück zu dem Hostel, was wir beim Vorbeifahren gesehen haben, nicht ohne jedes Mal aufmerksam die Seitenstraßen nach verdächtigen Personen abzusuchen. Das Hostel war verschlossen und es hingen keine Preise draußen, also klopfte ich nur zaghaft. Der Besitzer kam ziemlich schnell, ließ den Preis noch runter handeln und ich rannte schnell hoch um mir das Zimmer anzuschauen. Fernseher und eigenes Bad mit Warmwasserdusche ließen uns nicht lange zögern. Nach 3h Schlaf und ein wenig Käsebrötchen zum Frühstück ging es dann erst einmal raus um die Touristeninfo zu suchen. Unter extremer Hitze und viel zu warm angezogen, liefen wir eine Weile herum, bis wir endlich da waren. Immerhin regnete es nicht mehr, so wie in Cajamarca jeden Abend. Solche extremen Wetterwechsel war ich aus Lima gar nicht mehr gewöhnt. Den stärksten Regenfall gab es zwar erst vor kurzem, aber dann bleibt es auch so den ganzen Tag über. Nach diesem Regentag drängelten sich die Fußgänger in Lima auch alle an den Häuserwänden entlang, weil die Autos permanent Wasser über den gesamten Bürgersteig schwemmten. Nur ich lief dann am Straßenrand entlang, natürlich kam ein Auto, aber ich hatte Glück und bekam gerade so nichts ab. Da hörte ich, wie jemand meinte, dass das kein Wasser wäre. Astrid erklärte mir dann, dass es Abwasser wäre. Das also macht der Regen in Lima. Danach habe ich mich auch lieber in die Reihe an der Wand, weit weg von der Straße und den bösen Autos eingeordnet.
In der Touristeninfo in Chiclayo stellten wir unsere individuellen Touren zusammen, weil wir nicht 50 Soles für eine organisierte zahlen wollten und man natürlich mehr erlebt, wenn man mit Peruanern unterwegs ist. In einem Taxi colectivo ging es los, es ist ein normales Taxi, das wartet, bis es voll ist und dann für relativ wenig Geld losfährt, aber auch wirklich erst, wenn es voll ist. Das Museum Sincán, das wir besuchten, war wahnsinnig gut aufgearbeitet, besonders für peruanische Verhältnisse.
Zurück ging es dann wieder in Colectivos, zu dritt vorne und zu viert hinten. In der Stadt ging es vorbei an Schuhgeschäften, in der es wieder nur die teuren, hässlichen Schuhe in meiner Größe gab. Glücklicherweise gab es auf dem Mercado Modelo dann endlich günstige Schuhe die knapp passten, eine Größe größer war dann aber schon wieder viel zu riesig, wohl ein Produktionsfehler. Also für 18 Soles endlich Ersatz, der auch gefällt. Auf dem Markt gab es leckere Muffins und eine Sektion voller Kräuter und Heilpflanzen aus der Region, eine andere bietete Stoffe, Garn und Knöpfe an. Überall saßen Frauen an Nähtischen. Das machte richtig Lust, auch wieder loszulegen!
Dann gab es noch eine Reihe voller Schokolade, allerdings nur reiner Kakao zum kochen, also nix zum sofortigen Konsum, leider.
Auf dem Rückweg zur Plaza de Armas wurde noch eine einheimische Frucht gekauft und beim peruanischen H&M reingeschaut – exakt der gleiche Stil, exakt die gleichen Preise. Trotzdem viele Peruaner, die dort einkauften. Wenn man sich irgendwann zu stark im Inka- und Lama-Hype verirrt, kann man einfach zu Topitop um sich wieder nach Europa zu versetzen und zu wissen, dass man die Sachen dort eh nicht öffentlich tragen würde. Das Gute bei peruanischen H&M-Preisen ist, dasss man doch lieber wieder was weglegt, weil es einfach teurer aussieht (200 Soles schrecken eben doch eher ab, als 70 Euro). Naja ein Pullover von 120 Soles auf 30 herabgesetzt, wirkt dadurch allerdings wie ein umso größeres Schnäppchen (40 Euro à 10).
Nach einem Hamburger saßen wir noch eine ganze Weile einfach nur an der Plaza de Armas und beobachteten das Geschehen.
Achso, mir fällt gerade so ein, es gibt schon seit fast einem Monat Weihnachtsartikel im Supermarkt zu kaufen, auf der anderen Seite werben sie gerade für die neue Sommerkollektion, eine Kombination, die einfach gar nicht geht. Hat mich aber auch gefreut, denn dadurch wusste ich, dass es nun fast greifbar ist, bis meine Eltern zu Besuch kommen. Und genau gestern in zwei Monaten ist es soweit!

Chiclayo – Tucume, Museo de Sipán (25.10.2012)
Ein Tag zu Fuß. Viel Sonne. Beim Museum meinte ich, estudiantes, aber sie schüttelte nur den Kopf und meinte, nur Nationale! Daraufhin meinten wir, ja sind wir, was sie ziemlich verwirrt hat. Hat dann gefragt, wo wir wirklich herkämen und warum wir hier studieren. Dann hieß sie uns herzlich in Peru willkommen. Naja besser spät als nie.
Ansonsten waren die Pyramiden von Tucume und das Museum Sipan nicht sehr unterschiedlich von den Infos, die wir gestern erhalten haben. War trotzdem cool durch die restlichen Pyramiden zu laufen, so als wären wir die einzigen Menschen auf dem Planeten. So ging wir verbotene Wege entlang, ohne es zu wissen und staubten völlig ein. Auf dem Rückweg war uns der Buspreis überteuert, also wurden wir von allen Seiten angequatscht, doch mit dem und dem mitzufahren, bis uns ein Peruaner freundlich fragte, wo wir hinwollen und meinte, der Preis wäre normal. Also stiegen wir mit ihm in den Bus. Dooferweise hatte er mitbekommen, dass wir den Preis nicht zahlen wollten und drängte uns förmlich dazu, einen Sol von ihm anzunehmen. War uns super unangenehm! Er war auch wirklich nett, zeigte uns den Weg und meinte, er wäre Professor für Sozialkunde an einer Militärschule und fragte uns, wie uns Peru gefiel. Bei einem Chinesen trennten sich unsere Wege, er beschrieb uns noch den Weg zur Plaza de Armas und wir verabschiedeten uns.
Heute konnte man den Leuten beim Malen und der Schmuckherstellung beobachten, da hätte ich mich am liebsten dazu gesetzt. Momentan habe ich unglaubliche Lust alle bunten Eindrücke, gerade aus den Museen in Bildern auszudrücken.

Kategorien: Chiclayo, Peru | Hinterlasse einen Kommentar

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