Höhenangst und Fiesta in der Altstadt

Ich war endlos müde, aber es war so kalt und eng im Bus, dass ich immer wieder wach wurde. Um 6:30 Uhr wurde ich dann von einer Frau geweckt, die gerade an mir vorbei ging um mir zu sagen, dass wir in Quito wären. Also versuchte ich schnell zum Metrobus und damit ins Hostel zu kommen. Dummerweise war es Rush Hour und die Schlangen endlos. Ich wusste gar nicht, welchen Bus ich nehmen musste und das mit Koffer und Rucksack und allem. Also fragte ich zweimal nach und beim zweiten Mal bekam ich Priorität und durfte schon in den noch wartenden Bus einsteigen. Als wir dann an der Schlange hielten und die Türen aufgingen, sprinteten die Leute nur so rein und auf die noch freien Plätze. Das große Schubsen ging los. Der Bus war voll und fuhr an den nächsten Stationen nur vorbei ohne zu halten. Überall wo er hielt und die Türen öffnete, strömten mehr Menschen rein als gingen und selbst die Security, die immer wieder nachdrückten, damit zumindest die Türen schließen könnten, hatten wenig Erfolg. So standen wir teilweise 5 Minuten an einer Station und nichts bewegte sich, weil sich die Leute in die Türen hängten. Ich fragte mich, warum nicht einfach mehr Busse fahren könnten, damit das Problem nicht auftritt, oder wenn das der Fall ist, warum die Menschen sich dann so an einem Bus festbeißen und nicht einfach schnell aus- und einsteigen, so dass der nächste kommen kann. Naja so war es dann auch, dass ich an meiner Station natürlich nicht rauskam, aber immerhin an der nächsten, da die Leute an den Eingängen unter keinen Umständen kurz aussteigen würden, um andere Leute von weiter hinten raus zu lassen, denn damit würden sie eventuell das Risiko eingehen, gar nicht mehr in den Bus zurück zu kommen. Also einiges läuft da dramatisch schief.
Ich war noch nie so froh, im Hostel anzukommen und dann wurde sich noch entschuldigt, dass ich noch bis um 12 Uhr warten muss um einchecken zu können. Ich nutzte die Chance um noch ein wenig im Internet zu surfen und dabei zu frühstücken, bevor es zurück in die Altstadt ging, um die Sachen anzuschauen, die ich an meinem ersten Wochenende in Quito nicht mehr geschafft hatte. Unter anderem ging ich auf die Basilika, was mich einige Nerven kostete, da ich die höchsten Aussichtspunkte nur über Leitern erreichen konnte, durch die man direkt auf den Boden schaute, der mir etwas zu weit entfernt war, aber wie immer machte die Aussicht alles wett. Man konnte oben ins Uhrenwerk reinschauen und die Kirchenfenster aus der Nähe betrachten.
Dann zog der Himmel wieder zu und es fing kurzzeitig an zu nieseln. Daraufhin kam auch schon wieder die Sonne und es entstand ein wunderschöner Regenbogen. Zudem begann gerade auf dem Platz eine kleine Feier mit einigen maskierten Menschen und einer ziemlich großen Band. Irgendwie wird in diesem Land, egal wo man hinkommt, einfach immer gefeiert! Danach ging es wieder zu der Pizzeria, wo ich knapp zwei Wochen vorher mit den Kolumbianerinnen saß. Zurück sortierte ich Fotos, unterhielt mich mit meinen Zimmerpartnern und ging dann früh ins Bett. Ich schwor mir auszuschlafen, was aber in einem Gemeinschaftszimmer nicht immer unbedingt leicht ist. Um 3 Uhr nachts kamen die betrunkenen Engländer wieder, die leider erst einmal lautstark den Abend und die Mädchen, die sie getroffen hatten, Revue passieren lassen mussten. Manchmal wäre es doch einfach besser, die Menschen nicht zu verstehen! Die beiden Engländer haben einen Kumpel im Nachbarzimmer, der auch Englisch spricht, zumindest habe ich das vermutet, aber der hat so einen starken Akzent, dass ich ihn beim besten Willen nicht verstehe! Naja immerhin haben sich die beiden Betrunkenen am nächsten Morgen entschuldigt, ich habe mich wohl oft genug geräuspert, so dass sie irgendwann mitbekommen haben, dass der Rest des Zimmers mithört und eventuell lieber schlafen will. Um 7 Uhr ist dann der Deutsche aufgestanden um seinen Bus zu kriegen. Er studiert in Kolumbien und meinte, dass nach meiner Beschreibung Bogota Lima ziemlich ähnlich zu sein scheint. Er nutzt jetzt seine Semesterferien zum reisen und studiert dann noch ein weiteres Semester. 2h später stand dann der Amerikaner auf, der seinen Flug nach Hause kriegen musste, da er seit Mai über ein Programm der USA in Ecuador arbeitet und jetzt über Weihnachten seine Familie das erste Mal wiedersieht. Immerhin bleibt er noch bis Sommer 2014. Danach konnte ich Durchschlafen und ärgerte noch etwas die beiden Engländer, da ich meine Sachen packen und auschecken musste, so dass sie eine Minute, nachdem es kein Frühstück mehr gab wach wurden. Den Tag lies ich ruhig angehen. Ich entschied mich in einen nahgelegenen empfohlenen Shop vorbei zu schauen und danach endlich einmal Musik aus Peru auszusortieren und zu suchen, solange ich noch Internet habe. Dann ging es zum Mittagessen zu Pizza Hut und weiter nach Otavalo.

Kategorien: Ecuador, Quito | Hinterlasse einen Kommentar

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