Cuenca – edle Stadt im Süden (11./12.12.)

Wieder am Beginn meines Loops, in Latacunga, ging es 5 Minuten später weiter nach Ambato, wo ich die wahrscheinlich fettigsten Pommes meines Lebens aß, bevor ich mich in den Bus nach Cuenca setzte. 5 Uhr früh kamen wir an und ich ließ mich von einem Taxi direkt in ein Hotel fahren, dass vom Lonely Planet sehr gut beschrieben wurde: 7 Dollar die Nacht, voller Pflanzen und Gemälde, die an Dali erinnern, also wie gemacht für mich.
Als ich vor der Tür stand, war der Preis aber auf einem Mal 20 Dollar die Nacht. Nun es war zu spät um ich anders zu entscheiden, also fragte ich nur nach, ob Frühstück und W-lan mit inbegriffen waren und nahm das Zimmer. Später jedoch versuchte ich noch den Preis runterzuhandeln, da die Nacht nun fast vorbei war. Er ließ jedoch nicht mit sich reden und so hatte ich 4 Stunden Schlaf, bevor es Frühstück gab. Ich ging im Schlabberlook runter und wurde von einem Servierer im Anzug begrüßt, der absolute Butler-James-Look. Man fühlte ich mich fehl am Platz, aber irgendwie auch mal interessant, so eine Erfahrung zu machen. Kurz danach kam auf jeden Fall der Besitzer, auch im Anzug, und fragte mich, welchen Preis ich mir so vorstellte. Im Endeffekt zahlte ich 30 Dollar für zwei Nächte und bekam dafür am nächsten Morgen kein Frühstück, was gar kein Problem war, da ich sowieso in einen Nationalpark wollte und dafür schon um 6 Uhr los musste.
Den Tag verbrachte ich in der Stadt und ich muss sagen, dass der Lonely Planet nicht umsonst geschrieben hat, dass sich die Stadt mit Quito ein Gefecht in Sachen Schönheit liefert, nur dass Quito mehr Stil hat, meiner Meinung nach, da es nicht ganz so teuer wirkt. Cuenca erinnert mich ungemein an eine europäische Stadt. Es war kein Problem den ganzen Tag mit einer Spiegelreflexkamera herumzulaufen ohne komisch angeguckt zu werden, dementsprechend waren die Preise in den Geschäften auch umso höher. Dafür waren Eintritte zu den touristischen Einrichtungen meist sogar kostenlos!
Es gab ein unglaublich gut eingerichtetes Museum für moderne ecuadorianische Kunst, stark beeinflusst von der europäischen meiner Meinung nach, aber super interessant. Dafür haben sie von mir direkt auch eine Spende bekommen. Sowas muss erhalten werden! Danach ging ich zu einem Haus, dass sich „Prohibido Museo de Arte Extremo“ nannte. Nun es war schon von außen mit ziemlich dunkler Graffiti besprüht und drinnen wartete Gothikkunst vom Feinsten auf mich. Echt krass eingerichtet alles! Es gab einige interessante Sachen zu entdecken und ich unterhielt mich noch ein wenig mit der Frau. Ihr Mann hatte die Idee zu all dem gehabt, was ich mir schon gedacht hatte, denn sie sah ganz normal aus, während er eben eine Seite seiner Haare abrasiert hatte, was hier einfach unglaublich selten zu sehen ist! Sie meinte auch, dass ihre beiden Söhne, die inzwischen auch schon 25 Jahre alt waren ziemlich verschieden aufgewachsen sind, als die anderen in der Umgebung, denn die Familie lebt auch in dem Haus. Am Wochenende finden immer Konzerte statt und bezahlt wird mit Süßigkeiten für bedürftige Kinder. Auf jeden Fall ist es mal etwas ganz anderes, so etwas in Südamerika zu finden.
Weiter ging es in das empfohlene Panamahut-Geschäft Barranco. Ecuador ist das Land, in dem die ersten Panamahüte hergestellt wurden und dann eben für die Arbeiter am Panamakanal exportiert wurden, daher stammt der Name. Cuenca ist auch heutzutage einer der größten Exporteure für diese Kopfbedeckung. Das Geschäft war gleichzeitig auch ein Museum und zeigte die Herstellung der Hüte. Durch Hitze und Eisenformen werden die Hüte in ihre bekannte Form gebracht. Dort waren sie in allen möglichen Formen und Farben ausgestellt. Ich kaufte mir später auch noch einen in rot, wo mir eben auch die Herkunft des Namens erklärt wurde.

Am nächsten Morgen ging es also früh hoch und knapp vor Abfahrt schaffte ich auch noch den Bus zum Nationalpark. Erneut ging es in extreme Höhen und es wurde kälter draußen, doch noch schlimmer waren die Wolken die von überall herzogen. Wir befanden uns zwischenzeitlich mitten im Nebel, dann über den Wolken und so wechselte es ständig, was mir Angst mache, da ich alleine laufen würde und man sich im Nebel ja schon gerne mal verirren kann.
Mit mir stiegen dann allerdings noch einige andere Wanderer aus und wir registrierten uns alle an der Station. Im Endeffekt lief ich den 4h Rundweg mit zwei Hannoveranern und wir tauschten einige Reiseerfahrungen über Ecuador aus, was recht interessant war.
Nachdem wir glücklicherweise ohne Nebel heraus kamen, leider auch ohne Sonne, fing es kurz vor Ende an zu regnen. Der Bus, der nur wahllos alle 20 Minuten fahren sollte, kam glücklicherweise sofort und brachte uns zurück nach Cuenca. Ich kam inzwischen schon mit den Städtenamen durcheinander, was wohl ganz normal ist, wenn man in jeder Stadt nur 1-2 Tage verbringt. Am selbigen Abend ging es dann auch direkt mit dem Nachtbus zurück nach Quito, was wohl ein Fehler war, denn dieses wenige Schlafen tat meiner noch nicht ganz gesund gepflegten Verdauung gar nicht gut! Naja mit Tabletten übersteht man alles und ab Quito habe ich mir etwas mehr Ruhe gegönnt.
Nach dem Nationalpark wollte ich eigentlich gleich weiter zu einem Wasserfall, doch die dunklen Wolken und meine Müdigkeit hielten mich ab. Erst gestern Abend im Hotel hatte ich mich gewundert, warum jemand um 10 Uhr abends anfängt Staub zu saugen, doch als ich aus meinem Zimmer ging, bemerkte ich, dass das das Prasseln des Regens auf das Glasdach war und zwar so stark, wie ich es seit einigen Monaten nicht mehr hatte. Also war es eine weise Entscheidung einfach nur den Laptop zu greifen und mich in ein warmes Restaurant zu setzen. Im Endeffekt verbrachte ich meinen gesamten Nachmittag und Abend dort. Es gab super gutes Essen, ich hatte Internet, es war eine angenehme Stimmung und abends gab es noch zwei alkoholische Getränke für Frauen gratis. Die Serviererin meinte, dass ich sie an eine ihrer Freundinnen erinnere und sagte mir am Ende noch, dass sie morgen dasselbe Angebot wieder hätten. Super freundlich! Dann bestellte mir „James“ ein Taxi zum Hotel, was mich zum Busbahnhof brachte. Er gab mir noch ein paar Sicherheitstipps und dann ging es endlich los nach Quito.

Kategorien: Cuenca, Ecuador | Hinterlasse einen Kommentar

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