Monatsarchiv: September 2012

Drei Wochen schuften, Spaß, essen und bangen

So meine Lieben. Die drei Wochen sind vorbei und es wird. Die Uni lernt und ich auch. Aber von Anfang an:
Schon relativ zu Beginn der Reise nach Iquitos ist mir meine Kamera kaputt gegangen und keiner wusste, was los war. Zudem hat sie auch noch 3 Speicherkarten unbrauchbar gemacht und ich konnte auf keine Bilder mehr zugreifen, also blieb mir nur noch eine 1 GB SD Karte für die fünf Tage. Diese hielt zumindest bis zum letzten Tag durch, allerdings in der anderen Kamera (Ja glücklicherweise bin ich immer für alles gewappnet). Zurück aus Iquitos, hab ich sie direkt im Canonshop abgegeben, glücklicherweise gibt es hier einen und dann auch noch direkt auf dem Weg zur Uni. Sie meinten, eine Woche, 30 Soles für das Suchen des Fehlers und dann nochmal die Reparaturkosten bei knapp 100 Soles. Wie kann man das schon bestimmen, wenn man den Fehler erst noch suchen muss? 😉
Am Wochenende habe ich dann endlich mal was mit ein paar Kommilitonen unternommen. Also wurde auch nur Spanisch gesprochen und auch wenn ich in Iquitos fast nur Deutsch geredet habe, hatte sich mein Spanisch seit der Reise irgendwie verbessert. War ein toller Abend, erst Alkohol und Chips gekauft und dann bei einer Freundin zu Hause Karaoke gesungen. Die hatten einen richtig guten Guacamoledip gemacht, aber dann wiederum gibt es Avocados hier auch wie Sand am Meer und die Leute essen sie zu jedem Salat und auch gerne mal aufs Brötchen. Alle Europäer hier lieben sie, für mich schmeckt sie nach nicht viel. Wie auch immer, der Dip war auf jeden Fall gut und das Singen lustig. Es gab 2 Peruaner, die jeweils 2 Monate in Deutschland waren und die haben dann mit mir zwei deutsche Lieder gesungen, war sehr lustig. Ansonsten wurde laut auf Spanisch zu den YouTube Liedern gegrölt und viel getanzt. Außerdem war an dem Abend das Spiel gegen Venezuela und Astrid hatte nicht zu viel versprochen. Sobald ein Tor fiel, rannten die Leute los und schrieen wie verrückt, okay klingt nicht anders als bei uns? Nur wir waren im Supermarkt als Peru ein Tor schoss und alle! rannten zu den TVs, ja auch die Verkäufer und die Kassierer, war ja eh egal, sind ja auch fast alle anderen Peruaner hingerannt. So viel Leidenschaft fürs Land, dann wiederum ist es ja auch eine Seltenheit, dass Peru ein Spiel gewinnt, wurde mir gesagt, da ist die Freude dann natürlich umso größer. Das Spiel gegen Argentinien ging dann auch dementsprechend negativ für Peru aus.
Nach einer kurzen Nacht stand Astrid vor meiner Tür und es ging los zur größten Fressmeile Perus, Mistura. Das ist ein großes Essensfestival mit peruanischem Essen und dieses ist so vielfältig, dass wir nach 10h jeweils 100 Soles ärmer und extrem voll waren. Aber es war super! Man konnte einfach alles probieren und ich konnte den ganzen Tag Spanisch sprechen, wir haben lustige Leute getroffen und den wohl besten Pisco Sour (Nationalgetränk Perus 😉 ) getrunken. Jetzt habe ich mal einen Einblick in die Welt des peruanischen Essens bekommen und kann endlich verstehen, warum die erste Frage der Peruaner immer ist: „Und wie schmeckt dir das Essen hier?“ Außerdem hat Astrid immer gesagt, dass deutsche Essen wäre langweilig, ich verstehe nun warum. Es kann ja nicht jeder 3000 Kartoffelsorten haben, darunter eine, die einen violetten Rand hat, der die ganze Kartoffel unglaublich süß schmecken lässt. Diese gab es zum Ceviche (roher Fisch eingelegt in Zitronensoße), auch so ein Nationalgericht Perus, besonders in Lima sehr populär, aber so gar nicht meins. Meerschweinchen war eine interessante Erfahrung, ist recht fettig das Fleisch, so dass es eben nicht so trocken ist wie Hühnchen und extrem am Knochen klebt. Dadurch, dass es frittiert war, war es echt lecker, ansonsten ist es einfach schwer zu essen, weil kaum Fleisch dran ist und das, was dran ist, hat ohne die Kruste kaum Eigengeschmack. Ach ich habe mich auch mit Astrid darüber unterhalten, wie Vegetarier hier überleben können und es geht, aber es ist schwer, weil die Peruaner alles mit Fleisch essen. In der Uni gab es auch noch kein Essen ohne Fleisch. Das Wort Veganer hat sie auch erst in Deutschland kennen gelernt, so etwas gibt’s hier gar nicht.
Nach dem Wochenende ging es weiter mit Uni und so langsam wollte ich anfangen für die Zwischenexamen zu lernen, doch daraus wurde nichts. Erst einmal gab es noch andere Tests eine Woche vor den Examen zu bestehen. Zu einem bin ich erst gar nicht hin, weil ich den Text, über den er schreiben wollte, beim besten Willen nicht verstanden hatte. Nach dreistündlichen Versuchen den google Übersetzer zu verstehen, habe ich aufgegeben und dem Professor eine Mail geschrieben, dass das nichts bringt, weil ich damit weder mein Spanisch verbessere, wenn ich nichts verstehe, geschweige denn meine Psychologiekenntnisse getestet werden. Jetzt will er mir zwei englische Texte geben, sagt er. Diego, der mir immer beim Übersetzen hilft, meinte dann, vielleicht kriege ich sie, wenn ich wieder in Deutschland bin. 😉 Der andere Test war gleich auf Englisch und der lief direkt viel besser, außerdem wurde mir gesagt, dass alle meine Zwischenexamen auf Englisch sein sollten. Daraufhin sind wir gleich mal ein Trinken gegangen. Der eigentliche Grund aber war, dass Marco Rieckmann, der mit mir das Bewerbungsinterview für Peru durchgeführt hat, in der Stadt war um neue Unis zu finden, die mit Lüneburg kooperieren wollen. So gingen diejenigen, die in Deutschland waren, also Astrid, Carla und Jonathan mit denjenigen weg, die jetzt in Peru sind, Alina und ich. War ein toller Abend und Marco hat erzählt, dass sich unglaublich viele Unis für die Leuphana interessieren, einfach auf Grund des Nachhaltigkeitskonzepts. Außerdem hat mich Astrid gefragt, ob ich nicht auch noch ein Semester länger bleiben möchte, da hat er dann kurz aufgehorcht, aber ich habe gesagt, dass es sicher besser wäre für die Sprache und auch um so richtig in der Uni durchstarten zu können, auch mit anspruchsvolleren Kursen, aber meinte eben auch, dass es nicht geht und ich mir deshalb darüber gar keine Gedanken mache. Dann lieber nochmal irgendwann wieder kommen.
Nun hatte ich an dem Wochenende meine Kamera noch nicht wieder, wie war es anders zu erwarten. Ich kam am Donnerstag rein und wollte gerade alles einpacken, als er mir sagte, dass sie nicht repariert wurde. Ich fragte warum und er meinte, dass es 77 Tage dauern würde und insgesamt 200 Soles kostet. Ich dachte ich werde nicht mehr. Schnell im Kalender nachgeguckt um zu sehen, dass das knapp vor meiner Abreise aus Lima wäre…Das ist doch krank. Ich konnte meine Emotionen dementsprechend nicht zurückhalten und mir schossen direkt Tränen in die Augen. Da wurde der Verkäufer gleich total fürsorglich, aber ich bin erstmal abgetaucht, als ich wieder hochkam mit getrockneten Augen, meinte er, okay es geht auch in zwei Tagen. Wir schieben deine Kamera dazwischen. Achso, so läuft das hier! Die Freude war dementsprechend groß, so dass ich die 200 Soles auch nicht mehr so schlimm fand (Krass, wie man sich immer wieder verarschen lässt, obwohl man es doch nun selbst studiert) nur als sie meinten, dass ich meine Bilder wohl nicht mehr wieder kriege, nachdem sie mir die Woche davor gesagt haben, dass sie das definitiv schaffen, war ich ein wenig betrübt, aber sie wollten es noch ein Mal probieren. Diese Woche ging ich also ohne große Erwartungen hin und siehe da, alles fertig, Kamera funktioniert, die drei Karten sind wieder in Ordnung und alle Bilder sind vorhanden. 200 Soles los, aber immerhin. Der Grund für diesen Fehler kann entweder Erschütterung oder Nässe sein. Nun da Lima sehr feucht ist, wird es wohl letzteres gewesen sein, also packe ich meine Kamera jetzt immer in eine Tüte, wenn ich sie nicht brauche. Die Feuchtigkeit hier zerstört echt alles. Ich habe jetzt das Problem gehabt, dass das Wasser nach dem Duschen immer über den ganzen Boden und direkt in mein Zimmer geflossen ist. Ich habe ja nun auch kein Fenster, weshalb ich genau das Problem habe, was einige bei uns in Lüneburg schon hatten: Schimmel. Nun ja, diese Woche ist ein Klempner und ein Schimmelexperte gekommen, Kari hat mir Alkohol mitgebracht mit dem ich jetzt meinen Koffer, der inzwischen schon gut weiß war, meine Laptoptasche, ein paar Schuhe und die Kameratasche entschimmelt habe. Damit ging sofort alles ab, also ist jetzt wieder alles in Ordnung, das sind schon krasse Zustände hier.

So nachdem ich also erfahren hatte, dass meine Examen auf Englisch sind, habe ich mir mit dem Lernen Zeit gelassen und bin Sonntag mit den anderen auf einen Tagesausflug in die Berge gefahren. 3 Stunden in Bussen bis wir endlich da waren, dann wieder etwas laufen und schon waren wir in den Bergen und die Sonne strahlte. Es ist echt verwunderlich, was Smog alles anrichten kann. Der Wasserfall war schön, aber kalt und dann fing es noch an zu regnen also „schnell“ wieder zurück nach Lima.
Geschlafen habe ich diese Woche fast nicht, meistens bis um 5 Uhr morgens gelernt. Montag musste ich für zwei Examen lernen, hatte aber nur eins geschafft, als schrieb ich Dienstag das erste und lernte in fünf Stunden an der Uni für das zweite und tatsächlich lief es gut. Eine halbe Stunde vor Beginn des Examens habe ich mir noch schnell was im Internet durchgelesen, wozu es tatsächlich zwei Fragen in der Klausur gab, was bei einer Gesamtanzahl bei 10 Fragen schon recht beachtlich ist. Der erste Tag war also durchaus sehr produktiv, aber das erste Examen die Hölle. Er hat fast nur Sachen abgefragt, die er im Unterricht erwähnt hat, aber da ich nichts verstanden habe, konnte ich nur die Sachen beantworten, die in den Folien standen. Mit ein wenig „common sense“ habe ich dann einfach irgendetwas hingeschrieben, aber mindestens die Hälfte habe ich nicht gewusst und das auch noch beim wichtigsten Examen. Die ganze Klausur war sehr klinisch ausgelegt. Es gab Fragen, wie: „Was ist der ethnische Unterschied zwischen Hysterie und Epilepsie?“, die mich leicht überforderten. Egal, irgendetwas hingeschrieben, was mir einfiel und daneben noch die Frage, ob er sich sicher ist, dass wir das jemals zuvor in seiner Vorlesung hatten. Witzigerweise habe ich heute erfahren, dass das unsere Lehrerin, die mit uns die Übungen macht, kontrolliert und nicht er und sie meinte, dass es gar nicht so schlecht gelaufen wäre für mich – wie ist das möglich? Vielleicht hat ja mein Trick, möglichst viel auf Englisch zu schreiben etwas gebracht und sie lesen es sich gar nicht durch, sondern gehen von Quantität gleich Qualität aus. Naja eventuell lässt sie mich ja bestehen. Das zweite Examen lief witziger ab. Es war natürlich auf Spanisch, weshalb Diego und ich dann zum Direktor sind und gefragt haben, ob er das für mich davor übersetzen darf. Also saß Diego eine ganze Weile vorne allein und übersetzte alles, während die anderen schon schrieben. Als er mir das Blatt gab, konnte ich nur leider nichts entziffern und die Wörter, die mir auf Spanisch fehlten, fehlten ihm auf Englisch. Also musste ich den Prof noch um einen spanischen Test bitten, was den guten so verwirrte, dass es erst einmal dauerte, bis er begriff, was Sache war. Im Endeffekt übersetzte ich also eh alles mit Wörterbuch, ging aber diesmal auch ganz gut. Diego fehlte es nur an Wissen und leider auch an Spickern, während ich fast alles ausfüllen konnte, wurde er irgendwann weg gesetzt, weil er versuchte, meine Antworten zu lesen. Schade! Ich hätte ihm gern geholfen. Mittwoch ging ich dann etwas entspannter an mit dem Lernen, saß wieder bis um fünf und war so glücklich wie noch nie, als ich in strahlendem Sonnenschein nach meiner Klausur nach Hause ging und wusste: Es ist Halbzeit.

So jetzt ein ganz anderes Thema: Am Freitag bei der Party wurde erzählt, dass wohl die Erde gebebt hat, was in Peru nun doch häufiger vorkommt, als anderswo auf der Welt, also nichts ungewöhnliches ist. Nur dadurch kamen wir zu einem viel interessanteren Thema und zwar soll es am 21.09. ganz stark beben, was der heutige Tag wäre, inzwischen haben die Wissenschaftler gesagt, es wird der 22.09. Die Rede ist von Stärke 7 oder 8. Es gab wohl ein Beben im Dschungel mit dieser Stärke und in Lima haben immer noch die Häuser gewackelt davon. Ein Beben dieser Stärke würde die gesamte Stadt zerstören. Es hat mich gewundert, wie entspannt die mir das erzählt haben. Überall gibt es auf den Straßen und an Schildern solche S-Bahnzeichen. Das sind Orte zur Seguridad, wo man hinflüchten soll, sobald ein Erdbeben ausbricht, nur erinnern sie mich immer anfänglich an S-Bahnzeichen. Seitdem ich weiß, dass es sich bei der ganzen Spekulation um ein verfrühtes Untergehen der Erde handelt, welches ja in Südamerika beginnen soll, bin ich beruhigter. Nur gestern fingen alle Peruaner wieder an uns zu sagen, wir sollten schon einmal alle Wertsachen in Rucksäcke packen, damit wir schnell flüchten können. Naja bei einem Untergehen der Welt bringen uns weder Wertsachen noch die S-Bahn etwas. Hauptsache Astrid und ich haben schon Pläne morgen in den Zoo zu gehen. 😉

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Iquitos – die größte Stadt der Welt ohne Straßenanschluss (03.09.2012)

Leckeres Frühstück mit frisch gepressten Papayasaft. Danach in die Stadt, zuerst ging es auf einen großen Markt, überall gab es Früchte, Gewürze und Saft. Die Säfte hier sind ein Traum. Ich habe leider den Namen der Frucht schon wieder vergessen, aber es war exotisch und süß, so wie fast alles hier. Ausgeschenkt wird der Saft immer in Plastikbeuteln, in dem ein Strohhalm steckt, auch eine Art zu trinken. Durch die Hitze war ich permanent am Trinken um nicht umzukippen. Dann kamen wir an Fleischständen vorbei, das war eklig! Hühnerfüße lagen herum und überall flogen Fliegen umher. Am Ende unserer Tour erreichten wir einen kleinen Schmuckmarkt, genau was ich wollte. Dort habe ich mich erstmal eingedeckt, richtig toll zu wissen, dass man die Materialien erst ein paar Tage vorher selbst in der Hand hatte als man mitten im Dschungel stand, damals direkt von der Pflanze. Ich holte mir auch einen Traumfänger aus der Pflanze der Droge, die wir genommen haben, Ayahuasca, so bleibt es eben eine schöne Erinnerung.
Auf dem Weg zum Flughafen erfuhr ich dann noch von zwei Deutschen, die sich die zubereitete Droge mit genommen haben und ohne professionelle Unterstützung einfach irgendwelche Mengen eingenommen haben. Das hat Hitler erzählt. Einer liegt wohl noch immer im Koma und ein anderer ist verrückt geworden. Was soll man dazu sagen?!
Am Flughafen habe ich wieder gemerkt, wie schlecht mein Spanisch ist, wobei ich einige neue Wörter gelernt habe während der Reise. Durch die anderen habe ich erfahren, dass es ungemein hilft, ein Vokabelheft zu führen, dass man laufend aktualisiert. Witzigerweise hat claro, der Mobilfunkanbieter Nr. 1 in Peru, gleich am Dienstag auf dem Campus unter anderem Notizblöcke verteilt. Dann kann ich gleich anfangen.
Heute in der Uni wurde ich gefragt, ob ich nicht auch schon in Europa im Dschungel war und auch gestern auf dem Markt kam die Frage auf, ob wir in Deutschland auch Costa, Sierra und Selva (also Küste, Gebirge und Dschungel) haben. Das hat mich leicht schockiert, obwohl es mich an meine Erfahrungen in England erinnert.
Insgesamt war Iquitos eine wahnsinnig gute Erfahrung, die jeder mal gemacht haben sollte!
Heute wieder in die Uni zu gehen, war eine krasse Umstellung. Dann gab es auch noch Tests zurück, außer die von mir und meinem Sitznachbar. Die hat der Prof sich erst gar nicht angeschaut, weil er von Anfang an der Meinung war, Diego hätte mir eh alle Antworten vorgesagt. Hätte er sich die Mühe gemacht, 10 Multiple Choice Fragen mehr zu korrigieren, hätte er gesehen, dass das nicht der Fall war. Wahnsinn, drei weitere Uniwochen können kommen…

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Zurück in die Zivilisation (02.09.2012)

Nach 6h Schlaf gab es Frühstück. Einige blieben lieber noch etwas im Bett, aber im Endeffekt trieb der Hunger alle raus. Dann ging natürlich das Geschichtenerzählen los – viele waren enttäuscht, weil der Effekt der Droge zu kurz, zu schwach war oder gar nicht auftrat, andere beschwerten sich, weil sie sich 8x übergeben mussten, wieder andere hatten starke Halluzinationen mit echten Menschen und dann gab es noch 2-3, die das Gleiche erlebt haben wie ich. Ich glaube wir hatten Glück, wobei ich auch sagen muss, wenn man sich nicht 100% darauf einlässt, entfaltet die Droge auch nicht die volle Wirkung.
Nach dem Frühstück kam der letzte Part der Zeremonie – baden. Wir fuhren also wieder mit dem Boot raus und auf einem Mal fing Hitler an zu pfeifen und in einiger Ferne tauchten immer wieder rosa Flussdelfine auf. Vom Boot aus sprangen wir alle ins Wasser und Hitler meinte, wir sollten unseren Kopf unter Wasser tauchen, einigen war noch schlecht, während viele andere gar keine Probleme hatten. Wir schwommen also und 10m weiter tauchten immer wieder Flussdelfine auf – schöne rosane mit langen Schnauzen.
Wieder zurück gab es Kaiman zum Essen, kleine Krokodile. Schmeckte wie eine Mischung aus Hühnchen und Fisch, war okay, aber wird sicher nicht mein Lieblingsessen. Nach dem Essen gab es noch ein dibujo, also eine Zeichnung, die 8 Tage auf der Haut bleiben soll. Jeder durfte selbst entscheiden, was er wollte. Viele wählten Begriffe, wie Liebe, Freundschaft oder Stärke. Diese wurden dann in indigenen Zeichen von Hitler auf die Haut gemalt. Ich habe mir jedoch einen Schmetterling machen lassen, weil es hier so schöne gibt. Teilweise ging es leider schon beim ersten Duschen weg, meins hält sich noch.
Auf dem Weg zurück nach Iquitos machten wir noch einen Zwischenstopp und guckten uns unser Mittagessen in lebendig an, außerdem riesige Fische und ein Piranhabecken.
Die ersten Schritte in die Zivilisation waren krass, als wir in Iquitos Hafen ankamen. Man fühlte sich, als würde man aus einem Traum kommen, nur um in eine weitere unwirkliche Welt vorzudringen. In Iquitos gab es gleich am Hafen einen richtig bunten Markt. Alles laut, viele Früchte, alles Essen, das man nicht kennt, Hunde fraßen die letzten Reste aus den Mülleimern und dazu noch die Hupen der Autos. Im Hostel durften wir uns erst die Zimmer angucken und die waren echt toll. Endlich wieder auf angenehmen Matratzen und nicht fast auf Holz schlafen. Als ich die Duschen sah, musste ich schreien, seit Deutschland das erste Mal, dass ich in Peru abnehmbare Duschköpfe sehe. Der Hammer, schwer vorstellbar, wenn man diesen Luxus jeden Tag hat. Danach erzählte mir Marilie, die die Version mit ihrer Schwester hatte, dass sie den Guide gefragt hat, was das bedeutet. Tatsächlich ist es wohl schon vorgekommen, dass solche Visionen wahr wurden, aber sie solle sich keine großen Sorgen machen. Natürlich lag sie im Bett und machte sich so ihre Gedanken.
Am Abend gingen wir noch in die Stadt um etwas zu essen, besser gesagt, fuhren. In den Mototaxis ging es durch die Stadt. Das sind kleine Wagen, die von Motorrädern gezogen werden. Die können wohl bis zu 120 km/h schnell werden, viel mehr kann mein Auto auch nicht fahren. An dem Abend gab es viele typische Speisen Iquitos. Danach ging es endlich ins lang ersehnte Bett.

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Ayahuasca – Die Wunder des Dschungels (01.09.2012)

Mein Kreislauf war schon am Morgen angeschlagen, obwohl ich viel trank. Zum Frühstück gab es dieses Mal Pancakes, also Eierkuchen oder für den Rest der anwesenden Deutschen, Pfannkuchen. Danach ging es mit dem Boot quer über den Amazonas, immer wieder eine gute Zeit um seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Angekommen auf der anderen Seite im Paradies. Ein richtig schöner Teil des Regenwaldes. Wir durften Zuckerrohr pressen und den Saft danach trinken, schön süß, aber nicht so süß wie befürchtet. Wieder zurück mit dem Gefühl man würde durch die Alpen gehen – überall Kuhhaufen. Inzwischen sah ich jedoch schon überall schwarze Punkte und war froh, als es wieder zurück ging.
Zu Hause erstmal erfrischen im Amazonas, danach Mittagessen. Später ging es in langen Sachen und mit Gummistiefeln (2 Größen zu groß) zum Piranha fischen, war auch ganz gut so, da das Boot immer wieder mit Wasser voll lief und wir regelmäßig ausschöpfen mussten, damit das Wasser nicht von außen über den Rand reinläuft.
Anfänglich ging es echt schwer zu fischen ohne den anderen den Angelhaken ins Gesicht zu schleudern. Am Ende ging es besser und fast jeder hat einen Piranha gefangen. Einige sogar sieben. Ich war froh auch einen an der Angel zu haben. Die knabbern nämlich meistens nur das gesamte Fleisch ab und wenn man sie dann hat, zappeln sie endlos am Haken. Dann wurden sie einfach ins Boot geschmissen und schwommen zwischen unseren Beinen hin und her. Morgen sollte es sich eigentlich zum Mittag geben, aber vermutlich ist dort einfach nicht genügend Fleisch dran.
Bevor es zurück ging, gab es noch eine Nachtwanderung durch den Dschungel vorbei an Liebesbäumen, vielen Moskitos, einer Ratte, Fröschen und Spinnen. Wieder im Boot mussten wir uns erstmal Platz zum Sitzen verschaffen, indem wir alle Spinnen ins Wasser schubsten. Im Dunkeln ging es über einen Fluss, der vom Amazonas abzweigt, zurück. Ein sehr schöner Mond und viele Vögel erwarteten uns.
Zum Essen gab es dann nichts mehr, da wir eine Zeremonie machen wollten um die lokale Droge auszuprobieren. Jetzt keine Angst kriegen, liebe Familienmitglieder, es war in einer Gruppe, wir alle waren mal jung und es war jemand Erfahrenes dabei. Der Schamane hieß Carlos und führte die Zeremonie mit uns durch. Das Ganze sollte 4h dauern und es handelte sich um 2h Halluzinationen in drei Etappen: etwas fröhliches, etwas trauriges und etwas ekliges. Außerdem sollte man nichts essen, weil man die Droge wieder erbricht.
Wir saßen alle im Kreis, Carlos stellte sich vor und zeigte uns eine Flasche mit einer Flüssigkeit, die an Dreck erinnerte. Das ist dann also die besagte Droge Ayahuasca, an der wir mehrere Male bei unseren Dschungeltouren vorbei gelaufen sind. Es handelt sich normalerweise um eine einfache grüne Pflanze, die nur am Amazonas wächst.
Carlos fing an in etwas zu pusten. Das Geräusch war unglaublich beruhigend. Dann bekam der Erste sein Getränk eingeschüttet. Es war ungefähr so viel wie zwei Kurze. Nachdem die ersten getrunken hatten, gaben sie den Ratschlag gleich alles auf einem Mal runter zu kippen. Als ich an der Reihe war, wusste ich warum. Es sah nicht nur aus wie Schlamm, sondern schmeckte auch so. Selbst die Konsistenz war so. Die Letzte in unserer Reihe trank auch nicht alles aus, obwohl Carlos eigentlich darauf bestand. Zwischen dem Trinken hat Carlos immer wieder in die Flasche gepustet und dabei interessante Klänge erzeugt. Dann kam Hitler mit einer großen Schüssel an, die er mitten in den Raum stellte. Na wunderbar, aber glücklicherweise durften wir uns auch von der Brüstung übergeben. Nach einer Weile fing der Erste an zu stöhnen und zu zittern. Wir beobachteten das Ganze nur und da ich von Anfang an Skrupel hatte, wurde ich nur noch ängstlicher. Auf einem Mal zog er sich das T-Shirt aus, weil ihm so warm wurde. Dann ging es direkt bei der nächsten los, genau das Gleiche. So langsam bereute ich die Entscheidung mitgemacht zu haben, besonders als der Erste aufstand und sich übergab. Carlos meinte, dass man sich vor oder nach den Halluzinationen übergeben sollte, allerdings fingen plötzlich alle an zu rennen und das immer wieder, nur die Deutschen saßen in der Ecke und spürten noch nix.
Da mein Kreislauf angeschlagen war, haben mir einige empfohlen, das nicht zu machen und tatsächlich waren das meine ersten Erfahrungen. Auf einem Mal fühlte ich mich, als wäre ich auf einem Boot, der Boden schaukelte hin und her. Dann fing ich an Farben zu sehen, verschiedene Mosaike, die sich über den inzwischen dunklen Raum legten. Es war schön, aber ich hatte noch immer Angst, weshalb ich mich sträubte mich komplett darauf einzulassen. Zwei Mädchen haben sich dagegen entschieden und wachten über uns und amüsierten sich. Mit ihnen unterhielt ich mich immer, wenn ich merkte, dass ich weiter abdriftete – das half, da wir eigentlich ruhig sein sollten, so dass sich die ganze Wirkung entfalten konnte. Dann fing Carlos an, nachdem er sich selbst übergeben hatte, Musik zu machen. Es war unglaublich schön. Ich schloss die Augen und es begann: viele Muster, Lianen, die übergingen in verschiedene Tiere des Dschungels, Spinnen und dann wiederum Regenbogen und Vögel, alles wurde hell und schön. Wenn es mir zu dunkel wurde, versuchte ich die Bilder zu steuern, hin zu bunt und fröhlich. Ich musste die ganze Zeit grinsen. Die ganze Atmosphäre war einfach bombastisch. Nach dem Gesang gab es eine Pause, in der die Bilder nachließen, aber sobald Carlos wieder anfing zu singen, ging es weiter. Hysterisches Gelächter gab es ja immer mal wieder zwischendurch, aber auf einem Mal stimmte Marilie in Carlos Gesang mit ein und sang auf Französisch „Ich weiß nicht, was du da singst, aber es ist schön“. In der Pause sang sie weiter, während wir lachten. Andere tanzten: Eine meinte, sie wolle damit sich selbst ausdrücken. Da Marilie nicht mehr aufhörte zu singen, versuchte er Hitler sie zu beruhigen, dann schrie Maria von irgendwo auf der Brüstung, dass sie aufhören solle. Tatsächlich war sie dann nach langer Zeit ruhig. Doch plötzlich fing sie ganz bitter an zu weinen. Das war krass! Später meinte sie, sie hätte ihre Schwester sterben sehen. Ein Glück waren es bei mir nur surreale Bilder! Anfänglich dachte ich, dass ich die Erste wäre, die sich übergeben muss, doch letztendlich war ich eine der letzen. Aufstehen war fast unmöglich. Ich torkelte durch das Zimmer und zur Brüstung. Ich wollte nicht und hatte es ja auch lange verdrängt. Naja es kam, es war genauso eklig wie bei der Einnahme und das Zeug bringt selbst Leute dazu sich zu übergeben, die das sonst nie können. Naja es soll all das Schlimme aus dem Körper raus spülen. Der Schamane hat auch etwas von Medizin gesungen. Danach ging beziehungsweise torkelte ich wieder in den Raum. Inzwischen lagen viele auf dem dreckigen Holzboden. Auch mich überkam eine ziemliche Müdigkeit. Ich legte mich hin und er begann wieder zu singen. Die Bilder waren jetzt vorbei, die Mosaike und das Gefühl auf einem Boot zu sein, blieben. Dann fing der Schamane die Abschlusszeremonie an. Jeder Einzelne bekam seine eigene Behandlung. Zuerst hat er an seiner Zigarette gezogen und danach den Qualm auf unseren Kopf gepustet. Dann hat er mit einem Rasselähnlichem Gestrüpp auf unserem Kopf rumgehauen. Dazu hat er gesungen. War super angenehm! Das hat er 10 Minuten gemacht, dann hat er den Raum und alle schlimmen Gedanken wieder von den Haaren eingezogen und danach gefragt, ob man Durst hat und ob es einem gut ginge. Danach war man fertig und als er mit allen durch war, war die Zeremonie beendet und tatsächlich ging es vielen deutlich besser danach. Die Halluzinationen waren dann vorbei. So dass alle aufstanden und ins Bett gingen. Nur zweien ging es nicht gut, die immer noch alles im Magen hatten und teilweise die ganze Nacht über immer wieder raus mussten, die das Gefühl hatten sich nicht mehr bewegen zu können. Ich hatte immer noch das Gefühl auf einem Schiff zu sein und die Lichter der Taschenlampe spannen Fäden. Deshalb habe ich auch einmal Eine angeschrien, die mir nur Klopapier bringen wollte, weil ich dachte, dass dort im Lichtkegel eine große Spinne sitzt, die ihre Fäden spinnt. Außerdem waren die Sachen, die zum Trocknen hingen, wie Menschen. Ich dachte überall stehen welche. Mützen wirkten auf mich wie Affen, die Öllampen wie Katzen. Das war echt krass! Ich habe es aber gut ins Bett geschafft und bin auch schnell eingeschlafen. Geträumt habe ich dann nichts mehr…

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Erste Schritte in den Dschungel – zwischen Riesenbäumen und Anacondas (31.08.2012)

Wir dachten erst wir würden eh um 6 durch das Sonnenlicht geweckt werden, nachdem wir gestern schon um 21 Uhr im Bett waren, aber nur durch die Hellhörigkeit der Lodge bin ich noch rechtzeitig zum Frühstück um 8 aufgewacht. Es gab Ei, Brötchen, Marmelade aus Tüten und Melone. Wir werden hier so verwöhnt, zumindest Essentechnisch. Geduscht wird hier nicht, man badet im Amazonas und die toilette wird mit extra Wasser, was man aus einem Bottich, der daneben steht, schöpfen muss, gesäubert. Trinkwasser kommt auch aus extra Bottichen. Mit diesen putzen wir uns auch die Zähne – witzig, wie sich immer alle versammeln um sich dort am Wasser zu bedienen. Nach dem Zähne putzen ging es für 2h in den Dschungel. Uns wurden Bäume gezeigt, die einen unglaublichen Durchmesser haben. Auf einen sind wir ein wenig raufgeklettert und man konnte sich sogar an einer Liane entlang schwingen. Hitler lief mir nur viel zu schnell. Ich kam kaum hinterher. Die Luftfeuchtigkeit macht eben doch ganz schön zu schaffen bei einem schlechten Kreislauf. Da reicht auch das Wasser nicht aus.
Nach der Dschungeltour ging es endlich wieder ins Wasser, was, nachdem wirklich alle im eigenen Schweiß gebadet hatten, auch dringend nötig war. Die Jungs reiben sich jetzt immer mit dem Schlamm ab, seitdem Hitler meinte, der würde 10 Jahre jünger machen. Ich konnte mir das Kommentar nicht verkneifen: „ Ihr seht doch eh aus wie 15, warum noch 10 Jahre jünger?“ Dafür bekamen wir gleich mal ne Ladung Schlamm ab. Schon eine lustige Truppe. Nach dem Hühnchen durften wir noch 1,5h in Hängematten chillen. Während alle schliefen, schrieb ich Reisetagebuch, als es auf einem Mal anfing zu regnen, wobei es nur leichter Regen war und nicht, wie man es sich eventuell immer vorstellt, richtig starker Platzregen.
Um 3 Uhr ging es wieder aufs Boot und weiter auf die „Affeninsel“. Neben Affen konnten wir auch Nasenbären, Papageien in allen möglichen Farben und 2 Anakondas sehen. Dabei wurde mir dann auch die Geschichte erzählt, dass ein Guide eine Anakonda zu stark geärgert hat, so dass sie auf die Truppe los ging. Er rief nur noch „Corre! Corre!“ (also Lauft! Lauft!), aber einer war wohl zu langsam. Egal, gehalten wurde sie trotzdem. Danach saßen wir noch zusammen und es gab selbstgemachten Rum. Der war mir aber nicht süß genug, Prozente hatte er aber ordentlich. Abends gab es Fisch, wobei ich bei der geringen Beleuchtung erst dachte, es wäre Huhn, was das ganze im ersten Moment zu einer interessanten Erfahrung machte. Danach wurden Karten gespielt, ich habe gelesen und andere saßen und schauten zu. Back tot he roots, wenn man nur eine Lampe für den ganzen Raum hat. Wie schnell man dann auch müde wird. Ich bin um 21 Uhr in Bett, hörte noch wie die anderen die Gitarre holten und jeder seine Nationalhymne anstimmte. Die Franzosen mit großem Enthusiasmus, die Deutschen nur die üblichen 4 Zeilen. Danach gingen alle ins Bett und bei dem Klima hier kann man eh die ganze Zeit entspannen, wodurch jeder hier 10h durchschläft.

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Noch ein Test, dann geht es los – die Reise über den Amazonas (30.08.2012)

Da ich nur eine zweitägige Uniwoche hatte, verwendete ich auch den ganzen Mittwoch dazu zu lernen und nachzuarbeiten. Durch meinen Entschluss am Dienstag noch einen Kurs abzuwählen, nämlich Neuropsychologie, ging das Lernen deutlich leichter, da ich endlich Licht im Dunkeln sah. Also ging ich auch erst zu 20:50 Uhr in die Uni, nachdem ich endlich wieder warm duschen konnte nach zwei Tagen ohne Wasser. Der Prof ließ uns noch 20 Minuten lernen, ich habe mir noch einmal meine Notizen auf Spanisch durchgelesen und nach gehofft, dass ich spicken kann. Doch schon vor Beginn des Tests setzte er mich von meinem einzigen Kommilitonen weg, der englisch kann. Dieser fragte dann direkt den Prof, ob ich auf Englisch antworten kann. Ich guckte ihn nur erschrocken an und meinte, dass ich doch gar nichts gelernt habe und es deshalb auch nicht auf Englisch kann. War eh egal, es gab 10 Multiple Choice Fragen und das Problem bestand eher darin, die Aufgaben zu übersetzen. Ich öffnete also direkt mein Wörterbuch, war mir direkt neugierige Blicke vom Prof einbrachte – also spicken war definitiv nicht drin. Vielen war durch einfache Logik zu beantworten, wenn man alles verstanden hätte. Eventuell habe ich bestanden, aber nachdem im letzten Test jeder durchgefallen ist, ist das wohl relativ ungewiss. Wieder zu Hause ging es ans Sachen packen. Als ich um 1 Uhr endlich im Bett war, kam Marilie leicht angetrunken hoch um mir zu sagen, dass das Taxi um 4 Uhr kommt. Nach 1h im Bett wälzen, hatte ich noch eine weitere bis mich der Wecker aus dem Tiefschlaf riss. Los gings! Nach einer knappen Stunde Taxifahrt waren wir am Flughafen. Beim Check-In kam dann das erste Problem: Julie hatte zu viel getrunken und zu wenig Schlaf, was in Übelkeit endete. Also fingen wir an Tüten zu sammeln, die sie uns dankbar abnahm. Nach über einer Stunde Verspätung ging es los. In Iquitos angekommen, merkt man schnell: Es ist eine ganz andere Welt. Unser guide Hitler (jedes Mal wenn der Name fällt, muss ich mich zusammenreißen um nicht laus los zu lachen und tatsächlich hatte sich niemand der Deutschen an den Namen gewöhnt, bis zum Schluss nicht), auf jeden Fall führte er uns im Technobus durch die ganze Stadt. Dann ging es in 2h über den Amazonas im Boot bei extremer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit zu seiner Lodge, wo wir die nächsten vier Tage übernachten sollten. Inzwischen hatten alle großen Hunger, also gab es erst einmal catfish, also Wels – super lecker. Hier werden selbst Vegetarier zu Fleischfressern, so lecker ist es – so muss das sein!
Nach dem Essen, kurzes Ausruhen in Hängematten bis es in ein indigenes Dorf ging. Die Schüler, die auf die höhere Schule gehen, müssen teilweise 2h mit dem Boot über den Amazonas rudern um zur Schule zu kommen – 4h jeden Tag.
Danach ging es baden im Amazonas. Die braune Farbe des Flusses hat sich schnell geklärt – kaum war man 1m im Wasser, sank man gleich knietief in den Schlamm, es war eine unglaublich schmierige Angelegenheit, aber erfrischend. Bei Mondschein baden im Amazonas… Auf dem Weg zurück kamen dann die Moskitos, als wir bei Vollmond mit dem Boot zurück zur Lodge fuhren.
Zu Hause gab es dann erneut essen – endlich wieder Lomo Saltado, das Standardgericht Perus, Rindfleisch mit Tomaten, vielen Zwiebeln, Pommes und Reis.
Nach nur einer Stunde Schlaf war ich froh endlich wieder ins Bett zu kommen. Inzwischen wurden Moskitonetze über unsere Betten gehangen, was auch dringend nötig war. Aber zuvor ging es nochmal vor die Tür. Wir mussten nicht weit gehen um die ersten Spinnen an den Bäumen zu sehen und diese waren riesig. Am Ende hielt sie fast jeder Mal auf dem Arm um ein Foto zu kriegen – riesige Taranteln. Danach gab es zwar ein paar Probleme mit dem Einschlafen, aber in so einer Umgebung ging es auch zu fünft im Zimmer. Jedes Mal, wenn jemand durch die Lodge ging, wackelte alles – man wurde also sanft in den Schlaf gewogen. Dazu noch alle möglichen Tiergeräusche, was für eine Erfahrung.

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